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Deutsche Oper am Rhein
Deutsches Tanzarchiv Köln

Von den
Kraftfeldern
zwischen
Mensch und
Körper

Eine Ausstellung mit Gedanken zum Tanz von Martin Schläpfer und Fotografien von Gert Weigelt

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Man kann ein Tanzstück immer auch als Bewegung gewordenen Aus­druck des Nach­sinnens seines Schöpfers über den Körper und dessen Potentiale des Ausdrucks und der Gestaltung von Raum und Zeit betrachten. Als Ergebnis eines künst­le­rischen Denkens, das sich ein­schreibt in den Körper der Tänzerinnen und Tänzer und in ihnen eine wunder­same Trans­for­ma­tion erfährt. Doch nur selten finden Gedanken und Betrachtungen eines Cho­reo­graphen den Weg in die Öffentlichkeit.

Die Ausstellung „Von den Kraftfeldern zwischen Mensch und Körper“ möchte dies ver­suchen: Martin Schläpfers Gedanken zum Tanz begegnen auf dieser Seite einer Aus­wahl von Bilder­folgen des Foto­grafen Gert Weigelt, der seit vielen Jahren die Arbeit des Choreo­graphen und Ballett­direktors mit der Kamera be­gleitet. Die Kunst der Foto­grafie und das Nach­denken über Tanz kreieren Duette von Wort und Bild, die auf ganz eigene Art zum Ver­ständ­nis der Tanz­kunst anregen und gleich­zeitig das Schaffen Martin Schläpfers für das Ballett am Rhein Revue passieren lassen.

Gezeigt werden sollte die Ausstellung ursprünglich im April/Mai 2020 im Theater Duisburg und im Mai/Juni im Opernhaus Düsseldorf. In Folge der Maßnahmen zur Eindämmung des Covid-19-Virus musste die Präsentation leider abgesagt werden.

Eine Kooperation der Deutschen Oper am Rhein mit dem Deutschen Tanzarchiv Köln, kuratiert von Thomas Thorausch und Anne do Paço

Choreograph und
Fotograf

Martin Schläpfer

Zu wissen, was Bewegung ist, hieße zu wissen, was das Leben ist. Das ist in letzter Konse­quenz unmöglich – und bleibt ein Geheimnis.
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Martin Schläpfer zählt zu den innovativsten und erfolg­reichsten Choreo­graphen und Ballett­direktoren unserer Zeit. Aus­gebildet u.a. an der Royal Ballet School London führte ihn seine Tänzer­karriere in Heinz Spoerlis Basler Ballett sowie ins Royal Winnipeg Ballet Kanada. Mit seiner Er­nen­nung zum Leiter des Berner Balletts begann 1994 seine intensive Arbeit als Choreo­graph und Ballettdirektor. Seine bisherigen Ensembles – das Berner Ballett (1994 bis 1999), ballettmainz (1999 bis 2009) sowie das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg (2009 bis 2020) – formte Martin Schläpfer in kürzester Zeit zu Compagnien, deren Unver­wechsel­barkeit von der Presse, zahlreichen Aus­zeich­nungen sowie einem großen Publikums­zu­spruch bestätigt wurde. Das Ballett am Rhein etwa wurde zuletzt viermal in Folge zwischen 2013 und 2017 von der Kritikerumfrage der Zeitschrift tanz zur „Kompanie des Jahres“ gewählt und begeisterte nicht nur auf seinen beiden Heimat­bühnen in Düsseldorf und Duisburg, sondern auch auf inter­natio­nalen Gastspielen in Europa, Israel, Taiwan, Japan sowie im Oman.

Martin Schläpfers choreographisches Schaffen umfasst über 70 Werke, die für seine Ensembles entstanden. Außer­dem schuf er Uraufführungen für das Bayerische Staats­ballett München, Het Nationale Ballet Amsterdam sowie Stuttgarter Ballett und vertraute seine Arbeiten dem Ballett Zürich sowie der BallettCompagnie Oldenburg an. 2012 kehrte er für Hans van Manens Pas de deux „The Old Man and Me“ als Tänzer auf die Bühne zurück, 2014 kreierte der Niederländer für ihn als Solisten die Uraufführung „Alltag“.

Nachdem Martin Schläpfer 1977 den Prix de Lausanne als „Bester Schweizer Tänzer“ ge­wonnen hatte, folgten für den Choreographen und Direktor Martin Schläpfer zahl­reiche Aus­zeichnungen, darunter der Kunst­preis des Landes Rheinland-Pfalz (2002), der Tanz­preis der Spoerli Foundation (2003), der Prix Benois de la Danse (2006) sowie 2009 und 2012 der deutsche Theater­preis Der Faust. 2013 erhielt Martin Schläpfer den Schweizer Tanzpreis, 2014 den Taglioni – European Ballet Award und 2015 den Musik­preis der Stadt Duisburg. 2018 wurde er mit dem Verdienst­orden der Bundes­republik Deutschland aus­gezeichnet, 2019 folgte die Ehrung mit dem Großen St. Galler Kultur­preis.

Zur Spielzeit 2020/21 übernimmt Martin Schläpfer die Leitung des Wiener Staatsballetts.

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Gert Weigelt

Ich bin dem verpflichtet, was ich sehe. Ich muss versuchen, mit meinem Medium der Fotografie das Medium Tanz zu übersetzen.

Dem renommierten Tanzfotografen Gert Weigelt gelingt es wie wenigen anderen, die darstel­lende Kunstform Tanz mit der bildenden Kunstform Fotografie zu vermählen. Mit dem Auge des Choreo­graphen und dem Gespür des Tänzers eröffnet er – über das Dokumentarische hinaus – eigene Perspektiven und lässt im Moment des Bildes die „Seele“ des Tanzes sicht­bar werden.

In Berlin und Kopenhagen zum Tänzer aus­gebildet war Gert Weigelt Mitglied des Königlich Schwe­dischen Balletts, des Cullberg Balletts und des Nederlands Dans Theaters. Nach der Be­endigung seiner Tanz­karriere entschied er sich für ein Studium der Künstlerischen Foto­grafie an der Fach­hochschule für Kunst und Design in Köln, die ihn 1985 zum Meister­schüler ernannte. Seither folgte er vielen heraus­ragenden Choreo­graphen mit seiner Kamera, da­runter Pina Bausch, Hans van Manen, William Forsythe, Susanne Linke, Gerhard Bohner und Jörg Mannes. Seit über zehn Jahren begleitet er außerdem das Schaffen Martin Schläpfers und prägte zwischen 2009 und 2020 mit seinen Foto­grafien auch das bildnerische Image des Balletts am Rhein Düsseldorf Duisburg.

Seinen inszenierten Porträts und Körperbildern sowie seinen in den 1990er Jahren für das ZDF und den nieder­ländischen Sender NOS ent­standenen Kurz­filmen widmete das Deutsche Tanz­archiv Köln 2018/19 die Ausstellung „Gert Weigelt. Autopsie in Schwarz/Weiß“.

Gert Weigelts Fotografien erschienen in zahl­rei­chen renom­mierten Magazinen und Tages­zeitungen. Seit 1991 publiziert er einen Ballett­kalender im Verlag teNeues, zwischen 2013 und 2019 gestaltete er außerdem den Dumont Kalender „Martin Schläpfer – Ballett am Rhein“. Seine mit der Design­agentur Markwald Neusitzer Identity für das Ballett am Rhein ent­stan­denen Plakat-Serien wurden mit dem German Design Award und mehreren Red Dot Awards aus­gezeichnet. 2019 erhielt Gert Weigelt für sein Leben­swerk den renom­mierten Deutschen Tanzpreis.